Spieletest – Assassin’s Creed Valhalla (PlayStation 5)

Spieletest – Assassin’s Creed Valhalla (PlayStation 5)

Nach dem uns Ubisoft mit „Assassin’s Creed Origins“ ins heiße Ägypten und mit „Assassin’s Creed Odyssey“ ins wunderschöne Griechenland gebracht hat, geht es mit „Assassin’s Creed Valhalla“ nun ins kalte Norwegen. Ob der neue Teil der Reihe besser als seine Vorgänger ist, erfahrt ihr wie immer in meinem Test!

Ich hatte am Anfang meine Probleme mit dem Reboot der „Assassin’s Creed“ Reihe. Es war ein komplett anderes Kampfsystem und auch die offene Spielwelt war viel zu groß. Auch hatte das Reboot mit der eigentlichen Reihe nicht mehr viel am Hut, was auch teilweise stimmte. Im weiteren Storyverlauf erfuhr man dann halt mehr… Nach dem ich den Spielen dann im Laufe der Covid Pandemie eine zweite Chance gegeben habe, hab ich mich in das Reboot verliebt und konnte es kaum erwarten den neuen Teil Namens „Assassin’s Creed Valhalla“ zu spielen.

Wie im Vorgänger „Assassin’s Creed Odyssey“ könnt ihr gleich am Anfang des Spiels aussuchen, ob ihr einen männlichen oder weiblichen Charakter spielen wollt. Eine dritte Option gibt es auch und diese erlaubt es dass der Animus für euch entscheidet. Solltet ihr euch für diese Option entscheiden, so wird die gespielte Geschichte Kanon. Hier schlüpft ihr in die männliche als auch weibliche Rolle vom Charakter Eivor. Das Spiel beginnt ganz traurig, denn unser Hauptcharakter verliert am Anfang des Spiels seine Eltern und nun heißt es für uns die Bösen ausfindig zu machen um den Tod der Eltern zu rächen. Kommt euch ein wenig bekannt vor oder? Ja, mir auch. Der Beginn der Geschichte hört sich ziemlich nach Einheitsbrei an, aber mit dem hat man wohl rechnen müssen dass dies so sein wird. Zum Glück wird diese mit der Zeit etwas besser und ich werde hier aus Spoilergründen diese nicht weitererzählen. Waren im Vorgänger die ersten Spielstunden grandios, sind diese für mich in „Assassin’s Creed Valhalla“ sehr anstrengendend gewesen. Der Prolog hat sich gezogen wie ein Kaugummi und der Funke wollte einfach nicht überspringen. Die Anfangsmissionen sind sehr gut und bringen die Story ein wenig auf Trap, aber das Gebiet war einfach nur grauenhaft. Schnee, hohes Gebirge, keine Straßen… einfach nur mühsam das Ganze und es war schwer die bestimmten Punkte auf der Karte zu erreichen. Ich war schon so weit dass ich das Spiel links liegen lassen wollte doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg hab ich mir gesagt und so war es auch! Nach dem wir das grauenhafte Land Norwegen verlassen haben, erwartete uns Englaland und ich war froh endlich normales Land zu sehen. Endlich ein Land ohne hohen Gebirgen und Schnee, sondern mit flachen Land und sumpfigen Gebieten. Ab dem Zeitpunkt hat mir „Assassin’s Creed Valhalla“ gefallen und es erwarteten mich jede Menge Raubzüge und auch Missionen. Wie in den Vorgängern erwarten uns wieder zahlreiche verschiedene Story- als auch Nebenmissionen auf der Karte. Die Missionen wiederholen sich fast immer, aber es gibt hier auch kleinere Ausnahmen. Die Missionen sind zu keinem Zeitpunkt des Spielverlaufs schwer bzw. fordernd. Wem das zu leicht fällt, der kann das Spiel gleich mit einem hohen Schwierigkeitsgrad starten. Aber auch andere Rätsel erwarten uns wie das Ausrichten von alten Runen oder auch das Stapeln von Steinmännchen. Wer Lust auf Beutesuche hat, der kann auch seltene Ausrüstungsgegenstände wie Waffen oder auch Rüstung finden . Einer der seltenen Ausrüstungen ist die von Odin über die man sich freuen darf. In den Raubzügen plündern wir in Wikingermanier kleine Dörfer bzw. Kathedralen um Vorräte für unsere Siedlung zu sammeln und diese auszubauen. Von hier aus haben wir dann Zugriff auf unsere weiteren Missionen bzw. können auch auf unseren Schmied und den Stallmeister zugreifen. Insgesamt gibt es sechs Stufen für die Kolonie und mit jeder weiteren Stufe erhalten wir weitere Gebäude für unsere Siedlung.

Man merkt das „Assassin’s Creed Valhalla“ für mehrere Plattformen entwickelt wurde. An einigen Stellen sieht man matschige Texturen die mit der Zeit nachladen oder auch die nicht so ganz gelungenen Schatten. Die KI war schon in den Vorgängern nicht der Renner, so ist es im neuen Teil auch nicht besser geworden. Gegner sehen einen beim vorbeigehen nicht oder stehen einfach mit Gesicht in Richtung Wand, rennen gegen die Wand oder rennen einfach nur im Kreis. Auch die Gesichtsanimationen in den Zwischensequenzen fühlen sich sehr gewöhnungsbedürftig an. Waren diese noch in den Vorgängern etwas realistischer, sind diese in „Assassin’s Creed Valhalla“ sehr steif und starr. Als hätten die Charaktere keine Gefühle und es fehlt an Emotionen. Was mir jedoch positiv aufgefallen ist, ist wenn Eivor einen Helm trägt. Ihre Stimme wird dadurch dumpfer und das Spiel wirkt ein wenig realistischer. Sowohl in Zwischensequenzen als auch im normalen Spielverlauf ist mir das aufgefallen. Was ich aber nicht verstanden habe, ist dass das Aussehen von Layla Hassan. Ubisoft hat es wieder mal geschafft das Aussehen eines Charakters zu verändern, so wie damals bei Desmond Miles. Er sah von Teil zu Teil immer anders aus und nun ist es bei Layla auch der Fall. Schade, das alte Design von Layla hat mir besser gefallen.

„Assassin’s Creed Valhalla“ nimmt vieles aus den älteren Teilen mit, aber auch neues ist dazugekommen. So könnt ihr nun auf den Boden stampfen um am Boden liegende Gegner zu besiegen bzw. um diese zu schwächen oder auch auf einer Sitzbank untertauchen um euch zu verstecken. Auch an der Beute hat Ubisoft einiges verbessert und vieles aus der Welt geschafft was in den Vorgängern gestört hat. So benötigt ihr nicht mehr mehrere verschiedene Ressourcen für die Upgrades, sondern lediglich zwei davon. Eure Rüstung könnt ihr zusätzlich noch mit Runen verstärken und die beinhalten verschiedene Boni. Das Levelsystem aus den Vorgängern ist Geschichte und man erhält nun pro Aufstieg zwei Fertigkeitspunkte für den riesigen Fertigkeitenbaum. Hier könnt ihr die Punkte für mehr Gesundheit, mehr Schaden und noch viel mehr ausgeben. Schade, denn mir hat das alte Levelsystem besser gefallen und ich hatte die Wahl meine Fertigkeitspunkte ordentlicher auszugeben. Obwohl man einen Stufenanstieg mitbekommt, fehlte mir die Info welches Level ich gerade habe. Ich kann jedem raten Fertigkeitspunkte für die Gesundheit auszugeben, denn „Assassin’s Creed Valhalla“ beinhaltet kein Autoreg. Die Gesundheit kann nur durch Nahrung wiederhergestellt werden, also aufpassen. Diese sammeln wir bei besiegten Gegnern oder auch bei Sträuchern ein und können uns dann mittels Knopfdruck heilen. Apropos Knopfdruck: Ubisoft hatte wohl Lust eingesessene „Assassin’s Creed“ Fans ein wenig zu ärgern, denn die Steuerung wurde ein wenig leicht abgeändert. Hat man zb. in den Vorgängern mit der Dreieckstaste noch ein Attentat ausgeführt, so ist dieses nun mit der R1 Taste auszuführen. Das hat mich am Anfang ein wenig gestört und irritiert, da ich vor kurzem noch die anderen zwei Teile nochmals durchgespielt habe. Hat ein wenig gedauert bis ich die Steuerung intus hatte. Natürlich kann man diese im Optionsmenü umändern, doch leider passen dann die anderen Tasten nicht und dadurch ist man zusätzlich noch mehr verwirrt. War der Flugbegleiter in den Vorgängern noch praktisch, ist dieser in „Assassin’s Creed Valhalla“ ziemlich unnötig. Man wird nicht mehr wie in den früheren Teilen zu den Markierungen geführt, sondern muss sich etwas mehr anstrengen das markierte Gebiet bzw. die Stelle zu finden. Das fand ich extrem mühsam und war in den Vorgängern besser umgesetzt.

Dank der neuen Konsolengeneration sind auch die Ladezeiten fast Geschichte und so dauert es nur knapp paar Sekunden um von einem Schnellreisepunkt zum nächsten zu gelangen. Zahlreiche Minispiele erwarten euch und wie es für einen Wikinger gehört gibt es auch ein Trinkspiel. Dieses ist ein kleines Quick Time Event und müsst zum passenden Rhythmus auf den Controller die richtige Taste betätigen. Solltet ihr dieses gewinnen, so erhält ihr Silber für eure Einkäufe im Spiel. Dieses könnt ihr für weitere Materialien oder auch Bestechungen im Spiel ausgeben. Animus Anomalien erwarten euch hier als kleines Jumping-Puzzle und hier übernimmt ihr nicht die Steuerung von Eivor, sondern von Layla. Diese einfachen Rätsel sind zwar bissl fordernd, aber mit etwas Übung ist dieses nach wenigen Minuten erledigt.

Wieder mit dabei ist der Animus Shop wo ihr euch wieder Skins, Begleiter oder auch Booster kaufen könnt. Die Skins sind Ubisoft diesmal sehr gelungen, vor allem das Draugr-Set. Man sieht aus wie ein Untoter in Rüstung und dazu gibt es auch das passende untote Reittier… *sabber* Preislich liegen nur die Skins für den Charakter bei 800 Helix Credits, entspricht 8€ in Echtgeld. Es gäbe auch Komplettpakete mit Reittier, Waffen, Begleitern und Waffen zum Preis von nur 2000 Helix Credits, wären dann 20€ in Echtgeld. Falls ihr auf der PlayStation 5 mit eurem Spielstand weiterspielen wollt, so könnt ihr dank Ubisoft Connect diesen übertragen. Im Hauptmenü könnt ihr euren Spielstand in die Cloud hochladen und dann auf der neuen Konsole wieder herunterladen um dort weiterszupielen wo ihr aufgehört habt. Zusätzlich bietet Ubisoft ein kostenloses PlayStation 5 Upgrade für eure PlayStation 4 Version an. Ihr braucht nur eure „Assassin’s Creed Valhalla“ PlayStation 4 Fassung in das Laufwerk der PlayStation 5 schieben und schon erhält ihr mittels Update eine verbesserte Version vom Spiel. Gilt natürlich auch für die digitale Fassung vom Spiel. Bitte beachtet, das ihr zwar mit eurem Spielstand weiterspielen könnt, jedoch die erspielten Trophäen nur für die PlayStation 4 Fassung gelten und ihr die PlayStation 5 Trophäen nochmals erspielen müsst.

Hinweis: Das Testmuster wurde uns vom Hersteller bzw. einer Agentur zur Verfügung gestellt. Vielen Dank nochmals!

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https://www.youtube.com/watch?v=gpmngwWZf90
  • Story
  • Grafik
  • Gameplay
  • Spielspaß
4

Fazit

Waren die ersten Stunden von „Assassin’s Creed Valhalla“ die schlimmsten, war der spätere Spielverlauf sehr gut umgesetzt. Ich hatte wirklich schon Angst das mich der nächste Titel aus dem Hause Ubisoft enttäuschen wird, zum Glück nicht! „Assassin’s Creed Valhalla“ fesselt euch mit seiner Story knapp 50h Spielzeit und es gibt wirklich viel zu tun, denn es erwarten euch nicht nur Missionen, sondern auch zahlreiche Sammelobjekte und Rätsel. Dank der neuen Konsolengeneration seid ihr auch nicht mehr an die langen Ladezeiten der älteren Konsolen gefesselt und könnt das Spiel wirklich ohne Pausen genießen. Trotz den kleineren technischen Schwächen, kann ich das Spiel wirklich jedem „Assassin’s Creed“ Fan empfehlen, denn ihr werdet hier und da eine kleine Überraschung erleben.