Spieletest – Predator: Hunting Grounds (PlayStation 4)

Spieletest – Predator: Hunting Grounds (PlayStation 4)

Ende März hatte das asymetrische Multiplayerspiel „Predator: Hunting Grounds“ eine offene Beta und diese lief mehr schlecht als Recht. Viele beschwerten sich über das Matchmaking und auch die Grafik. Nun ist das Spiel offiziell erhältlich und ob sich das in dem einen Monat verbessert hat, erfahrt ihr nun in meinem Test!

Dillon! You son of a B****! Vielen Leuten bzw. Filmfans wird der „Predator“ bekannt vorkommen, denn in den 80er Jahren gab es einen Film dazu mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle und viele weitere Filme folgten in den kommenden Jahren. In „Predator: Hunting Grounds“ geht es, wie der Name schon sagt, um das Alien „Predator“. Man kann wahlweise zwischen dem Feuerteam und dem „Predator“ wählen, aber bevor ich hier weiter über den „Predator“ schreibe, widmen wir uns dem Feuerteam. Das Feuerteam besteht aus vier Gruppenmitgliedern und die haben als Aufgabe eine bestimmte Mission auf eine der drei zur Verfügung stehenden Karten zu absolvieren. Mal müssen die Spieler Drogen ausfindig machen und ein anderes mal müssen die Spieler eine bestimmte Zielperson erledigen. Den Spielern bleiben 15 Minuten pro Runde um dies zu erledigen und danach heißt es ab zum Extraktionspunkt. Klingt mal bis dahin alles leicht, oder? Tja… Nicht ganz. Denn die fünfte Person im Spiel schlüpft in die Haut vom „Predator“ und sein Ziel ist es alle anderen vier Spieler ausfindig zu machen und diese zu eliminieren. Der Spieler weiß also nicht immer wo sich der Jäger befindet und deswegen heißt es immer schön die Umgebung bzw. die Bäume im Auge zu haben, denn der Dschungel lebt.

Get to the Chopper! Hat man als Feuerteam die Mission absolviert, rennen alle vier Spieler zum Extraktionspunkt und rufen dort nach dem Hubschrauber, der nach knapp einer Minute an die Stelle kommt und die Spieler in Sicherheit bringt. Auch hier müssen Spieler vorsichtig sein, denn die KI (Guerilla-Kämpfer) als auch der „Predator“ selber laufen zum Extraktionspunkt und wollen die vier Überlebenden tot sehen. Sobald der Hubschrauber da ist, brauchen sich die Spieler nur noch einklinken und schon sind sie in Sicherheit. Nach jeder Runde kommt dann noch eine schöne Zwischensequenz, die den „Predator“ zeigt wie er sich ärgert dass er das Team nicht ausschalten konnte. Quasi ein Kampfschrei. Wenn er jedoch einen vom Team erwischt haben sollte, dann kommt eine Zwischensequenz wie er den Soldaten im „Predator“-Style als Trophäe annimmt und damit seine Sammlung irgendwo im Dschungel erweitert.

Kommen wir nun zum Jäger selber, dem „Predator“. Bevor ihr überhaupt mit ihm beginnt, würde ich euch das Tutorial ans Herz legen. Denn nur so lernt ihr mit dem „Predator“ umzugehen und lernt dabei die Steuerung kennen. Vom Feuerteam selbst gibt es kein Tutorial, aber diese ist wie bei jedem anderen Shooter gleich. Die Fähigkeiten vom „Predator“ werden vielen Spielern und auch Filmfans bekannt vorkommen. Er kann sich nahezu unsichtbar machen und ist mit einer Klinge und einer Plasmakanone mit Laseraufsatz ausgestattet. Damit der „Predator“ die Spieler besser erkennen kann, kann er die Umgebung mittels Wärmesicht wahrnehmen. Damit es der „Predator“ nicht so leicht hat mit der Wämresicht, können Spieler sich optional mit Schlamm bedecken und sind dadurch in dieser Sicht weniger sichtbar. Der Jäger ist die meiste Zeit auf den Bäumen unterwegs und ist sehr schwer erkennbar. Also glaubt nicht ihn immer auf dem Boden anzutreffen. Hat der „Predator“ die Spieler entdeckt, dann kann er entweder diese direkt angreifen, was meistens zum Tod führt, oder auch taktisch vorgehen und diese einzeln ein wenig herauslocken und dann angreifen. Auch wenn der Jäger ein Alien ist, hält er nicht viel aus. Sollten alle vier Spieler ihn direkt angreifen, ist er nach wenigen Sekunden tot und dann bleiben dem „Predator“ zwei Möglichkeiten. Entweder er versucht sich zu heilen und hat somit eine zweite Chance, oder er jagt sich in die Luft und aktiviert den Selbstzerstörungsmechanismus und dieser ist nicht ohne. Sollten es die Spieler nicht rechtzeitig schaffen aus dem Radius zu flüchten, hat der „Predator“ noch immer eine Chance alle oder einen noch mit in den Tot zu reißen. Und währenddessen der Selbstzerstörungsmechanismus aktiviert ist, fängt der „Predator“ laut zu lachen, so wie in den Filmen. Einfach nur genial! Wer viel Mut mit sich bringt, der kann versuchen den Selbstzerstörungsmechanismus zu entschärfen oder den Predator zu besiegen, in dem man alles an Munition auf ihn verballert. Natürlich ist es auch möglich dem „Predator“ die Maske vom Kopf runterzuschießen um sein wahres Gesicht zu sehen. Und hier gibt es dann die passende Trophäe dazu: One Ugly Mother…

Nach jeder abgeschlossenen Mission erhalten alle Spieler Erfahrungspunkte, nach gestiegenem Level eine Waffenbox und auch Ingame-Währung. Derzeit kann die Ingame-Währung nicht mit Echtgeld erworben werden, aber ich gehe davon aus dass dies in Zukunft der Fall sein wird. Wenn nicht, dann Respekt an die Entwickler! Die Spieler leveln nicht nur das Spielerprofil, sondern auch deren aktiv genutzten Waffen. Je weiter man im Level steigt, desto höher wird das Waffenlevel und man schaltet das dazugehörige Zubehör frei. Aber auch weitere Waffen kann man freischalten, die man im späteren Levelverlauf erhält. Gutes Beispiel die Minigun, bekannt aus dem ersten Film. In den Waffenboxen befinden sich Skins für die Waffen und auch für den spielbaren Charakter. Den Charakter kann man nach belieben anpassen und das Aussehen verändern, damit man sich von den anderen Spielern abhebt. Je mehr man spielt, umso mehr schaltet man frei und sieht dann dementsprechend anders aus. Die erwähnte Ingame-Währung erhält man während des Spielens als auch von Duplikaten aus der Waffenbox. Mit diesen könnt ihr dann weitere Waffenboxen erwerben, oder ihr spart euch die Credits und kauft damit einen gewünschten Skin für euren Charakter. Ich habe meine Credits gespart und nach einigen Spielrunden viele Waffenkisten gekauft. Bei mir war es dann so, dass in jeder siebten Kiste ein selteneres Item freigeschalten wurde zB. eine Maske für den „Predator“ oder auch dessen Haare, die Predlocks.

Grafisch sieht „Predator: Hunting Grounds“ gut aus und spielt sich auch relativ flüssig. Vor allem als „Predator“ fühlt man sich auf den Bäumen sehr wohl und der Parkourlauf geht gut von der Hand. Der Dschungel ist voll mit Leben gefüllt und man sieht andere Tiere rumlaufen bzw. fliegen und auch die Atmosphäre ist den Entwicklern sehr gelungen. Abstriche gibt es hier noch in den Texturen, denn diese werden immer wieder neu geladen und sehen extrem matschig aus an manchen Stellen. Spieler vom Feuerteam werden auch merken dass das Gunplay nicht immer gut von der Hand läuft und hier noch ein wenig dran gearbeitet werden muss. Die gegnerische KI hat hier und da mal ein paar Aussetzer. Manchmal stehen die einfach so rum und bemerken einen nicht einmal im Eifer des Gefechts. Dies kann man jedoch mit zukünftigen Updates fixen. Bei der Spielersuche haben sich die Entwickler viel Mühe gegeben und innerhalb einer Minute hat man als Feuerteam ein Match gefunden. Spieler vom „Predator“ werden leider noch immer mit einer Suche von bis zu fünf Minuten vertröstet. Solltet ihr fünf Freunde sein, dann könnt ihr das komplette Spiel in einem privaten Match austragen und euren Spaß haben. Dank dem Crossplay ist es auch möglich mit Spielern am PC zu spielen. Wer das nicht will, der kann dies in den Einstellungen deaktivieren. Für Alleinspieler ist es auch nicht schlimm, da viele der Mitspieler das Spiel sehr gut beherrschen und nicht einfach wie in anderen Spielen blind herumlaufen. Man hat immer ein gemeinsames Ziel vor Augen und man will so lange wie möglich überleben und den Dschungel auch sicher verlassen. Leider gibt es hier weder eine Storykampagne noch eine Einstellung das man das Spiel komplett mit der KI bestreitet, das hätte das Spiel für viele noch mehr aufgerundet. Wer weiß, vielleicht kommen im Laufe der nächsten Monate solche Features dazu.

„Predator: Hunting Grounds“ wurde auf einer DayOne Standard PlayStation 4 und auch auf einer PlayStation 4 Pro getestet. Auf der Standard PlayStation 4 sahen die Texturen laut Kollegen sehr schlecht aus, jedoch lief das Spiel sehr flüssig. Die PlayStation 4 Pro Version hingegen sah grafisch um einiges besser aus und hier kam es auch zu keinen Framerateeinbrüchen.

Hinweis: Das Testmuster wurde uns vom Hersteller bzw. einer Agentur zur Verfügung gestellt. Vielen Dank nochmals!

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https://www.youtube.com/watch?v=XdN-QAy5S8c
  • Multiplayer
  • Grafik
  • Gameplay
  • Spielspaß
3.8

Fazit

If it bleeds, we can kill it! Was sich die Entwickler von Illfonic hier vorgenommen haben, ist wirklich beachtlich. Die „Predator“ Lizenz ist eine wirklich starke Marke und man hat Angst Spielefans als auch Filmfans zu enttäuschen. „Predator: Hunting Grounds“ ist den Entwicklern sehr gut gelungen. Das Spiel macht Spaß und dank der abwechselnden Missionen pro Match wird einem nicht langweilig. Auch die Angst vom „Predator“ ist hier immer im Hinterkopf, denn sobald er die Spieler ausfindig macht ist es nur eine Frage der Zeit bis dieser angreift. Abgerundet wird das gesamte Spiel von dem grandiosen Soundtrack im Hauptmenü und auch während des Spiels selber. Man fühlt sich voll in den Film aus den 80ern hineinversetzt. Ich als großer Fan der „Predator“ Spiele bzw. Filmreihe bin hier ganz und gar nicht enttäuscht. Illfonic hat hier große Arbeit geleistet, sie dürfen das Spiel nur nicht sterben lassen und müssen es weiter mit Updates und Verbesserungen am Leben halten. Ich lege sehr viel Vertrauen in die Entwickler und freue mich auf weitere viele Stunden Spielzeit, denn bis Level 100 dauert es noch eine Weile…