Spieletest – The Last Guardian (PlayStation 4)

Spieletest – The Last Guardian (PlayStation 4)

Als letztes Jahr auf der E3 2015 „The Last Guardian“ für die PlayStation 4 angekündigt wurde, flippten viele Fans aus und nach Jahren des Wartens hat „The Last Guardian“ doch noch das Licht der Welt auf der PlayStation 4 erblickt.

In „The Last Guardian“ schlüpfte ich in die Rolle eines kleinen Jungen und begleitet wurde ich von meinem großen tierischen Begleiter Trico der eine Mischung aus Hund, Katze und Vogel ist und verhält sich auch so wie eines der drei Tiere. Er ist ziemlich verspielt, verschmust und will immer gestreichelt werden. Dieser war immer stets an meiner Seite und uns erwartete ein wunderbares Abenteuer voller Rätsel und Gefahren. Ich konnte zwar nur den kleinen Jungen steuern, doch mit Befehlen per Knopfdruck konnte ich Trico Anweisungen geben um an unerreichte Stellen zu kommen. Die Anweisungen verliefen immer mit dem Rufen des Namens „Trico“, leider tat er nicht immer das was er soll. So wie im echten Leben mit den eigenen Haustieren. Auch wenn Trico nicht immer auf mich hören wollte, lernte ich mit der Zeit wie er denkt und konnte besser auf ihn eingehen. Ich sah ihn nicht nur als Begleiter, sondern mehr als einen Freund und unsere Bindung wurde im weiteren Spielverlauf immer stärker und stärker. Man muss sich einfach in die Lage von Trico versetzen um es zu verstehen, was getan werden muss und natürlich wollte ich wissen wo er sich befindet um nicht allein zu sein in dieser Ruinenstadt. Die Steuerung vom kleinen Jungen ist zwar gut umgesetzt, aber manchmal ist sie einfach nicht genau. Jedoch passte der Junge durch fast jeden Schlitz einer Wand und war auch sehr wendig im Lauf. Die Bewegung von Trico, meinem hundeähnlichen Freund, war extrem gut und fühlte sich sehr natürlich an. Ab und zu gab es kleinere Aussetzer der Steuerung beim Sprung auf eine Kante oder auch auf den Schweif von Trico verlief nicht immer problemlos, aber mit der Zeit und ein wenig Geduld war dies auch kein Problem mehr. Die Rätsel waren nicht immer einfach und verständlich, aber ich hatte immer ein gutes Gefühl gehabt nachdem ich eine Lösung hatte. Lustigerweise gab es auch Rätsel, wo ich die Lösung eher per Zufall gefunden habe und das Rätsel für mich nicht logisch war. Solche Rätsel kamen eher selten vor. Es gibt auch kein Tutorial und ich musste wirklich alles selber herausfinden, wohin ich gehe und was ich zu tun habe. Das einzige was uns das Spiel beibringt, ist die Steuerung. Doch genau da liegt der Kern von „The Last Guardian“. Mit der Zeit vergisst man dabei, dass es sich eigentlich hierbei um ein Spiel handelt und ich genoss all die wunderschönen Elemente.

Was mich an „The Last Guardian“ störte war die Kameraführung des kleinen Jungen. Jedesmal wenn er sich an Trico festhielt, konnte ich für paar Sekunden nicht sehen wo er sich nun befand. Der kleine Junge war zwar in Sicherheit und ist nicht ins Verderben gestürzt, jedoch wollte ich wissen was los ist. Aber nicht nur das Festhalten vom Jungen bei Trico war hier nervig, sondern auch das durchqueren von Gängen und sehr schmalen Pfaden. Die Kamera war einfach echt schlecht positioniert an manchen Stellen. In puncto Grafik sieht „The Last Guardian“ an einigen Stellen wirklich sehr gut aus und an anderen wieder nicht. Die Ruinen die ich besuchte sahen zeitweise sehr unscharf und schwammig aus. Man merkt dass das Spiel ursprünglich für die PlayStation 3 gedacht war. Was mir besonders gefallen hat waren die tollen Lichteffekte, welche ein sehr schönes Bild darstellten. Die Animationen von Trico wirken sehr echt und natürlich, sodass sein Fell bzw. die Federn auf jede Bewegung reagieren. Für mich ein wirkliches Meisterwerk der Technik. Die Entwickler haben sich bei Trico ordentlich viel Zeit gelassen um ihn sehr gut darzustellen. Allein die Gestik von Trico spielt eine große Rolle, sobald ich ihn gestreichelt habe sah man seine Zuneigung im Gesicht geschrieben. Ich habe mich wahrlich in das Tier verliebt. Der kleine Junge sieht grafisch auch gut aus, jedoch wirken seine Animationen etwas unnatürlich. Der Soundtrack von „The Last Guardian“ passt perfekt zum Spiel und zaubert eine schöne Atmosphäre herbei. Nicht umsonst haben sich die Leute vom „London Symphony Orchestra“ ins Zeug gelegt um so ein hochwertiges und großartiges Werk zu produzieren. Das Spiel kommt komplett ohne deutsche Sprachausgabe aus und ist in japanischer Sprache vertont. Deutsche Untertitel verhelfen hier bei einigen Stellen weiter. Da im gesamten Spiel mit Hilfe von Gesten kommuniziert wird, wird nicht viel im Spiel gesprochen.

Hinweis: Das Testmuster wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Vielen Dank nochmals!

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https://www.youtube.com/watch?v=4cDuKShhQOA
  • Story
  • Grafik
  • Gameplay
  • Spielspaß
4

Fazit

Nach „ICO“ und „Shadow of the Colossus“ liefert Team ICO mit „The Last Guardian“ ein sehr emotionales und unvergessliches Spiel voller Leidenschaft und Drama. Die Freundschaft die sich zwischen dem kleinen Jungen und Trico während des Spielverlaufs entwickelt, ist wunderbar anzusehen, reißt einen mit und rührte mich zu Tränen. Nach 13h Spielzeit ist das herrliche Abenteuer auch vorüber. Die technischen Schwächen die im Spiel vorkamen, haben mich zwar gestört, jedoch konnte ich dem schnell vergeben. Die lange Entwicklungs- und Wartezeit haben sich für mich vollkommen gelohnt und ich wurde nicht enttäuscht. Ich kann das Spiel allen Team ICO Fans wirklich nur ans Herz legen. Ihr werdet es nicht bereuen!

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